Protokoll der LAG-Sitzung am 9.2.2019

Orga

Tagungsort: Landesgeschäftsstelle, Düsseldorf.
Beginn: 13 Uhr
Moderation: Stefan Müller

Protokoll: Maik Babenhauserheide 

Gäste

Eva Bujuy 

Frauenberatungsstelle / Fachstelle Lesben beraten Lesben

Lutz Hermann 

Schwulenberatung Düsseldorf

Christian Naumann

Bundesinteressenvertretung schwuler Senioren

Queer Kommunal

Eva Bujuy:

Die Frauenberatungsstelle Düsseldorf vereint viel unter einem Dach, was in anderen Städten in verschiedenen Institutionen läuft.

Der Arbeitsschwerpunkt ist Gewalt.

Die Fachstelle „Lesben für Lesben“ wird nicht von der Stadt finanziert

Themen betreffen alle Generationen. 

Beratung hat sich verändert. Früher gab es viele Coming-Out-Gruppen. Das hat nachgelassen, was auf größeres Selbstbewusstsein hindeutet. Lesbische Sichtbarkeit ist nach wie vor etwas, was erkämpft werden muss.

Das Selbstverständnis der Frauenberatung ist, dass sie grundsätzlich für alle Frauen offen ist.

Ein Thema ist „Sucht und Sucht im Coming Out“. Es gibt komplexe Fälle, die sehr individuelle Beratungen erfordern.

Viele Lesben wenden sich nach einem späten Coming-Out an die Beratungsstelle.

Alter, Altersarmut von Lesben rücken stärker in den Fokus. Es werden auch Frauen mit schweren Krankheiten unterstützt. Insbesondere, wenn die allein sind.

 

In den letzten Jahren sind „queer Refugees“ eine deutlich gewachsene Gruppe unter den zu beratenen Frauen. 

Auch von Frauenhandel Betroffenen werden betreut.

Willkommenskultur für Tanslesben in der lesbischen Kultur/Szene ist eine Baustelle, die deutlicher wird.

Ziel: Lesben sollen überall automatisch mitgedacht werden. Gerade im queeren Diskurs finden Lesben immer weniger statt.

Diskussion

Sind geschlechtsneutrale Toiletten für Alle das richtige? Toiletten für Frauen schaffen auch einen Schutz, auf den man nicht verzichten sollte. Möglicherweise ist dritte Toilette unverzichtbar.

Die Zusammenarbeit mit großen Institutionen scheint manchmal schwer, weil sie zu langsam arbeiten, selten Queere Fachstellen haben und nicht so flexibel sind. Als kleiner Verein kann die Frauenberatungsstelle meist schneller auf gesellschaftliche Veränderungen reagieren und sich bemerkbar machen.

„Gesellschaft braucht die, die das Thema hüten.“

Ulle: Frauenberatungsstelle Düsseldorf ist in NRW große Ausnahme. Andere Stellen haben die Mittel meist nicht, um ein Angebot für Transsexuelle und Lesben zum machen. Mit Blick auf das Thema sollten wir schauen, ob ähnliche Angebote in kleineren Kommunen so möglich sind, oder wir etwas neues fordern. Das Together-Netzwerk für queere Jugendliche könnte Vorbild sein.

Lutz Hermann:

Derzeit wird nur via Telefon uns E-Mail beraten. Es gibt einen Stammtisch. Früher gab es eine feste Beratungsstelle. Alle Beratungen sind Coming-Out-Beratungen von älteren Menschen. Nicht selten spätes Coming-Out nach Familiengründung oder asexuellem Leben. Oft folgt der Beratung kein Coming-Out. Sex ist für Viele ein so großes Tabu, dass sie lieber asexuell leben.

Lutz stellt ein geplantes Wohnprojekt für ältere Schwule vor. Es gibt eine Zusammenarbeit mit AWO und Aidshilfe.

Die Finanzierung steht nicht. Politik wird gebraucht.

Christian Naumann:

Schlau wird in Düsseldorf stark gefördert 

Aidshilfe ist ob der verbesserten medizinischen Prognose möglicherweise kein Thema mehr.

Transberatungsstelle wird von Düsseldorf nur mit einer halben Stelle besetzt.

AWO im Bund wird ein Modellprojekt starten, in dem an 5 Stellen in ganz Deutschland LGBTI-offene Pflegeeinrichtung eingerichtet werden.

Aktionspläne sind eine schöne Zusammenfassung der Bedarfe. Oft mangelt es an der Umsetzung.

Homophobie im Sport Stricherarbeit.

Mögliche Themen für 2020:

  • Wohnen
  • Finanzen
  • Schulbau
  • Verkehrspolitik

LGBTI-Paygap und Altersarmut.

Diskussion:

Ulle:

Strategische Ausrichtung und Kommunikation mit den Gruppen sind wichtig. Oft hängt die Präsenz des Themas vor Ort vom Personal ab. Wenn queere Mitglieder vor Ort aktiv sind, ist das Thema eher da. Gerade ist Mobbing an Schulen sehr präsent. LGBTI dort gefährdete Gruppe. Schule der Vielfalt und Erinnerungsprojekte können hilfreich sein. Bei den Grünen ist Lesbenpolitik eher bei der Frauenpolitik, mit der Queerpolitik ist die Lesbenpolitik darin aufgegangen. Queerfeminismus ist nicht für alle Grünen leicht zugänglich.

Weiterer Prozess der LAG

  • Abfrage bei den Kreisverbänden bis April/Mai
  • Kurzer Anschnitt des Themas bei der Sitzung am 13.4.
  • Vorbereitende Schreibarbeit über den Sommer
  • Abschließende Diskussion bei der Sitzung im September
  • Textvorschläge für die Kreis- und Ortsverbände

Bericht aus dem Bundestag 

Ulle:

Nach der Öffnung der Ehe ist bleibt die Stiefkindadoption für lesbische Paare noch immer eine offene Frage, die bei den betroffenen Frauen zu entwürdigenden Erfahrungen führt. Der grüne Gesetzesantrag dazu ist im Verfahren. Es gab Arbeitsgruppe im Justizministerium zum Abstammungsrecht. Dort deutete sich den Eindruck des Handlungsbedarfes an.

Der Gesetzgebungsprozess zur dritten Option wurde intensiv begleitet.

Sichere Herkunftsländer

Sichere Unterkünfte für queere Menschen und Frauen. Gilt auch für Ankerzentren.

Finanzbeschlüsse

  • Die LAG beschließt, dass die Fahrkosten der Sprecher*innen im Jahr 2019 aus dem LAG-Budget erstattet werden.
  • Die LAG unterstützt die grüne Präsenz auf dem CSD in Köln mit einem Beitrag in Höhe von 300 Euro.
  • Die LAG erstattet die Auslagen für Kuchen und Schnacks für die heutige Sitzung.

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